Woher kommen Ideen?

Ein Buch kann nicht allein entstehen – Es gibt immer einen, der schreibt und einen, der liest und für den das Geschrieben ist. Sei es jemanden aus deiner Familie, einen engen Freund oder das Kind, dass du einmal gewesen bist.

In diesem Beitrag wollen wir uns dem Fundament widmen, auf welchem die nächsten Elemente bauen. Ist das Fundament brüchig, wackelig oder nicht der Landschaft angepasst, so fällt es zusammen und mit ihm die Wände und Zimmer und Böden deines Buches.

Das Fundament muss sorgsam geplant werden und mit derselben Genauigkeit, die wir später der Handlung, den Figuren und dem Setting widmen. Also lass uns die Ärmel hochkrempeln und ans Werk gehen.

Der Kern

Dein Kern ist in vielerlei Hinsicht das Bedeutendste in deinem Buch. Er ist der Anker deiner Geschichte, der Mittelpunkt deiner Handlung und die Grundrichtung, in die sich deine Figuren entwickeln werden. Den Kern präzise und unverändert zu formulieren ist schwierig, doch im gleichem Maße wichtig. Auch bekannt als der Pitch oder die Grundidee, wird er dich zurückholen, wenn du dich während des Schreibens verlierst, wenn du nicht mehr weiter weißt und sich die Worte verlieren.

„Der Kern holt dich wieder zurück.
Immer und immer wieder.“

Ein Roman kann aus einer Szene entstehen, aus einem Gegenstand, aus einer Melodie, einer Stimmung, aus einer Zeile Dialog, die deinen Kopf nicht verlassen möchte. Die Ursprünge von Ideen sind vielfältig und so ungreifbar wie Gerüche, bloßes Licht oder ein leises Lüftchen eines Windstoßes. Es hat seinen eigenen Willen und bewegt sich unvorhersehbar – manchmal bleibt die Idee noch Wochen in deinen Gedanken, als hätte sie sich eingenistet, und manchmal bleibt man nur mit der bloßen Ahnung zurück, dass da mal etwas für kurze Zeit war.

Du hast noch keine zündende Idee? Dann finde hinter diesem Link inspirierende Einsichten.

Die Atmosphäre

Nimm dir Blatt und Stift zur Hand und schreibe deinen Kern in die Mitte des Blattes. Versuche nun herauszufinden, welcher Unterton in deiner Idee mitschwingt. Wird die Geschichte sich um düstere Themen handeln, hat sie eher einen gesellschaftskritischen Ton oder wird es um eine erfreuliche und erwachende Liebesgeschichte gehen? Ist der Unterton lieblich, toxisch, gefährlich, mysteriös oder fantastisch? Erschaffst du ein nachdenkliches Werk, eine traurige Geschichte, eine witzige Satire oder eine liebliche Geschichte mit freudigen Wendungen? Schreibe deine Ideen auf, streiche die, die nicht passen, umkreise die Worte, die maßgebend sind.

„Du kannst dir die Atmosphäre wie das Material
vorstellen, aus dem dein Fundament besteht.
Er haucht deinem Bauwerk Leben ein.
Genauso wie Beton, kann das Fundament brüchig
und fragil werden, wenn es nicht
mit großer Sorgfalt und Hinwendung errichtet wird.“

Im Wesentlichen wird sich aus der Atmosphäre dein Genre errichtet und mit ihm das Setting entwickeln: Die Landschaft, die Eigenschaften deiner Welt – dystopisch und gefährlich bis liebevoll und friedlich, aber auch die Kultur und Umgangsweise der Menschen und die Architektur. Wenn du das Gefühl hast, dass es sich nicht mehr richtig anfühlt, kehre zum Kern zurück – Er wird dich leiten.

Das Ziel

Genauso wie der Architekt sein Haus plant, so werden wir unsere Geschichte planen: Lage, Größe, Baustil und so weiter.

Was sagt dein Bauchgefühl: Wie lang wird die Geschichte? Zu groß und lang und deine Idee wird nicht den Platz ausfüllen können und wird sich von den großen und hohen Wänden erdrückt fühlen. Zu klein, und deine Idee wird aus allen Nähten springen, zu komplex für die wenigen Worte. Wird sie ein Roman? Eine Kurzgeschichte? Ein Gedicht? Entscheide du.

Welcher Stil wird deiner Geschichte gerecht? Wird sie sich zwischen den Zeilen eines Krimis einnisten und dort für Wirbel sorgen? Oder findet sie vielleicht in den warmen Worten einer Kindergeschichte ihren Platz und wird für leuchtende Kinderaugen sorgen? Oder fühlt sie sich in einem Gesellschaftsroman wohl und kann dort bewegende gesellschaftliche Themen erwecken und verschiedene Charaktere zusammenbringen?

Oft ist es bereits der Ton und die Atmosphäre die diesen Schritt fast überflüssig machen, so klar ist schon das Bild. Auch dein Stil zu schreiben oder dein Lieblingsgenre kann auch dieses Genre bestimmen, so natürlich und selbstverständlich wird es sich vielleicht anfühlen.

Aus diesen Gedanken wird sich bald das genaue Genre abzeichnen und damit die genretypischen Elemente, die du befolgen oder ausschließen willst und damit schlussendliche die Handlung, die Dialoge und die Wendungen deiner Geschichte.

Noch nicht das Interesse verloren? Dann geht es als Nächstes weiter mit den Vorbereitungen zum Schreiben.

Mara⎮ Teil 1 der Reihe Schreiben ⎮2024