Verlage

Neben dem bloßen Veröffentlichen, erfüllt ein Verlag je nach Größe und Besetzung weitere Aufgaben. Vom Cover zur stilistischen Gestaltung kann hier der Verlag Einfluss nehmen um das Buch verkaufsstark und ansprechend zu gestalten. Manch einer entscheidet sich auch dazu, die Gestaltung und Korrektur seines Werkes selbst in die Hand zu nehmen. In diesem Beitrag klären wir die genaue Funktion und Aufgabe von Verlagen, welche Vorteile ein Verlag hat und wie dieser sich zum Self-publishing unterscheidet.

Die Rolle von Verlagen

Ein Verlag übernimmt zahlreiche Aufgaben, die weit über das bloße Drucken und Verkaufen eines Buches hinausgehen. Er fungiert als Bindeglied zwischen Autor und Leserschaft und trägt maßgeblich dazu bei, ein Buch auf dem Markt zu etablieren. Die wichtigsten Aufgaben eines Verlags umfassen:

  • Lektorat und Korrektorat: Ein professionelles Lektorat hilft dabei, den Text stilistisch, inhaltlich und sprachlich zu optimieren. Fehler werden korrigiert, stilistische Schwächen ausgebessert und die Stringenz der Handlung sichergestellt.
  • Gestaltung und Satz: Neben einem ansprechenden Cover-Design sorgt der Verlag für eine professionelle Buchgestaltung, einschließlich Typografie und Layout. Dies verbessert die Lesbarkeit und hebt das Buch optisch hervor.
  • Marketing und Vertrieb: Verlage verfügen über etablierte Netzwerke und Vertriebskanäle, die eine deutlich höhere Sichtbarkeit ermöglichen. Durch gezielte Werbemaßnahmen, Pressearbeit und Messeauftritte wird das Buch optimal positioniert.
  • Rechte und Lizenzen: Der Verlag kümmert sich um den Schutz der Urheberrechte und übernimmt gegebenenfalls die Vermarktung des Buches in anderen Formaten, wie Hörbüchern, E-Books oder Übersetzungen für den internationalen Markt.

Vorteile eines Verlags

  • Reputation und Glaubwürdigkeit: Ein Buch aus einem renommierten Verlag genießt ein höheres Ansehen und wird von Buchhändlern, Rezensenten und der Leserschaft oft ernster genommen.
  • Professionelle Unterstützung: Autoren müssen sich nicht um alle Aspekte der Buchproduktion kümmern. Von der Manuskriptbearbeitung über das Marketing bis hin zum Vertrieb übernimmt der Verlag zentrale Aufgaben.
  • Breitere Reichweite: Durch enge Verbindungen zu Buchhändlern, Journalisten und Online-Plattformen ist es wahrscheinlicher, dass ein Verlagsbuch größere Verkaufszahlen erreicht.
  • Kostenübernahme: Ein Verlag trägt in der Regel die Kosten für Lektorat, Cover-Gestaltung, Druck und Marketing. Dies erspart dem Autor hohe Anfangsinvestitionen.
  • Möglichkeiten der Weiterverwertung: Viele Verlage haben Kontakte zu Film- und Hörbuchproduzenten oder ausländischen Verlagen, was die Chancen auf internationale Veröffentlichungen oder Adaptionen erhöht.

Die Arbeit eines Verlags

Ein Verlag übernimmt zahlreiche Aufgaben, die weit über das bloße Drucken und Verkaufen eines Buches hinausgehen. Er fungiert als Bindeglied zwischen Autor und Leserschaft und trägt maßgeblich dazu bei, ein Buch auf dem Markt zu etablieren. Die wichtigsten Aufgaben eines Verlags umfassen:

  1. Lektorat und Korrektorat:
    Nach dem Zusammenkommen zu einem Vertrag zwischen Autor und Verlag kommt es zu der professionellen Korrektur und Überarbeitung. Diese findet durch Lektor*in und Korrektor*in statt, die das Manuskript lesen und wichtige Änderungen anbringen.
  2. Gestaltung und Satz:
    Der erste Eindruck zählt und genauso verhält es sich auch mit Büchern. Binnen weniger Millisekunden wird entschieden, ob Interesse geweckt ist oder nicht. Ausschlaggebend ist hier ein hochwertiges Cover-Design und beim näheren Betrachten auch die typografischen Anpassungen. Sowohl das Bild, als auch das Design der Schriftarten müssen passen und dem Leser gefallen. Manche Verlage haben eigene Stile, wie etwa der Diogenes-Verlag mit seinem eher schlichten und universellem Design. In jedem Fall übernimmt der Verlag die Auswahl und die Kosten des jeweiligen Künstlers oder Designers. Dieses Cover kann im äußersten Fall natürlich abgelehnt werden, meistens lohnt es sich jedoch auf die professionelle Einschätzung des Verlags zu vertrauen.
  3. Marketing und Vertrieb:
    Ein essentieller Vorteil ist die Stellung im Betrieb und die Präsenz im Buchhandel. Der Verlag hat sowohl die Kontakte, die Verträge, als auch das Wissen das Buch zu bewerben und für Präsenz und Werbung zu sorgen. Sowohl im Interesse des Verlags, als auch des Autors versucht man das Buch in die Auslage des Handels zu bekommen. Der Erfolg sichert weitere Auflagen und Messeauftritte, beides im Interesse der beiden Vertragspartner.
  4. Rechte und Lizenzen:
    Zum Schutz des Werkes kennt sich der Verlag speziell mit Medien- und Urheberrechten aus. Des Weiteren kümmert dieser sich um mögliche Übersetzungen für den internationalen Markt oder die Umwandlung in andere Medienformate wie Hörbücher, E-Books oder Verfilmungen deines Werks. So sind deine Rechte geschützt und das Recht an deinem Werk.

Warum ein Verlag?

Wie vielleicht erkennbar besitzt ein Verlag sehr viele Vorteile, sowohl für dein Werk als auch für dich als Autor*in. Dein Buch hat zum Einen eine hohe Reputation: Ein Buch aus einem etablierten Verlag wird oft ernster genommen. Durch die enge Betreuung und Korrektur wird hier von wenigen Fehlern oder einer hohen Qualität seitens der Leser ausgegangen. Des Weiteren haben besonders auf den Buchmarkt etablierte Verlage eine breite Leserschaft, die sich mit dem Angebot deines Werks auseinandersetzten werden. Durch Kontakte zu Buchhändlern, Journalisten und Veranstaltungen hat dein Buch die Chancen auf die breite Masse anzutreffen.

Ein weiterer Vorteil neben er Reputation ist die klare professionelle Unterstützung. Autoren müssen (anders wie beim Self-publishing) sich um sehr wenige Aspekte selber kümmern, haben trotz allem die letztendliche Entscheidungsgewalt.

Ein weiterer Vorteil, der besonders bei der Veröffentlichung und Korrektur nicht zu unterschätzen ist, ist die finanzielle Seite ein Buch herauszubringen. Ein guter Verlag mit seinen Kapazitäten geht zwar mit jedem Manuskript ein neues Risiko ein, dieses ist jedoch überschaubarer, als vielleicht für eine Einzelperson. Fest steht, dass ein professionelles Buch an dem Markt zu bringen viele Kosten mit sich bringt. Im Falle eines gut ausformulierten Vertrags übernimmt der Verlag die Produktions- und Marketingkosten.

Einreichen des Manuskripts

Wer nun sich dazu entschieden hat das eigene Manuskript auf dem Weg des Verlags zu veröffentlichen muss sich zunächst bewerben. Der Bewerbungsplatz und die Chancen auf eine finale Veröffentlichung variieren je nach Größe, Besetzung und Etablierung des Verlags. So ist die Chance auf einen Platz in den großen Verlagshäusern womöglich schwerer und spärlicher in Sicht, als vielleicht in einem der Kleinverlage. Zu einer Verlagsbewerbung gibt es grundsätzlich drei Dinge, die elementar sind.

  1. Das Anschreiben:
    Als erstes auf dem Schreibtisch eines Mitarbeiters (in diesem Fall im Mail-Postfach) landet das Anschreiben. Hier handelt es sich um eine persönliche und überzeugende Vorstellung deines Projekts sowie der eigenen Motivation, mit dem Verlag zusammenzuarbeiten.
  2. Das Exposé:
    Das Exposé ist grundsätzlich eine Zusammenfassung des Buchinhalts (1–3 Seiten) zusammen mit einer Einordnung und den wichtigsten Merkmalen deines Manuskriptes. Es ist ausschlaggebend um einen ersten Eindruck von deinem Manuskript bekommen. Vermeide grundsätzlich jegliche Art von Spannungselemente, sowie die Enthaltung elementarer Elemente (wie das Ende)
    Näheres zum Exposé
  3. Leseprobe:
    Wenn das Anschreiben und das Exposé Interesse geweckt haben, dann wird man sich an die Leseprobe wagen. Je nach den Anforderungen des jeweiligen Verlages umfasst diese meist 20–30 Seiten des Manuskripts. Bei der Belletristik werden immer die ersten Seiten ausgewählt.
    Näheres zur Leseprobe
  • Autorenbiografie:
    Wenn du bereits mehrere veröffentlichte Werke vorzulegen hast und/oder der Verlag das explizit wünscht, dann wirst du dem Anhang eine kurze Autorenbiographie oder auch Autorenvita genannt, hinzufügen. Ähnlich wie beim Lebenslauf beschreibst du hier die relevante Informationen über den Werdegang und bisherige Veröffentlichungen. Relevant bedeutet speziell auf dein Manuskript, deine bisherigen Kontakte mit dem Verlag oder mit dem Thema des Buches bezogen. Dabei könntest du beispielsweise ein Biologiestudium anfügen, wenn du dein Buch sich speziell mit dem Wald befasst und die Informationen deines Studiengangs mit einbezogen hast.

Auch wenn es vielleicht sinnvoll erscheint dieselbe Mail einfach an ganz viele unterschiedliche Verlage zu verschicken, rate ich ganz klar davon ab. Wichtig ist, sich an die Anforderungen des jeweiligen Verlags zu halten und auf unaufgeforderte Manuskripte zu verzichten, wenn dies in den Richtlinien ausgeschlossen ist. Auch die persönliche Kontaktaufnahme oder Nachfrage über dein Manuskript ist sehr oft unerwünscht. Daher: Immer das Kleingedruckte lesen!

Ein Exkurs: Self-Publishing

Bei einem Beitrag über Verlage und die Wege zu einer Veröffentlichung, muss man auch über die Nicht-Wahl eines Verlags sprechen und der alternative Weg des Self-publishing. Beide Wege haben ihre Vor- und Nachteile, die sich je nach Zielen, Genre und Erfahrung unterschiedlich auswirken. Beim Self-Publishing übernimmt der Autor die komplette Verantwortung für die Veröffentlichung seines Buches. Plattformen wie Amazon Kindle Direct Publishing, BoD oder Tolino Media ermöglichen es, Bücher ohne Verlagsbeteiligung zu publizieren.

Vorteile

Herausforderungen

  • Volle Kontrolle:
    Gestaltung, Inhalt, Preis – alles liegt in den Händen des Autors.
  • Höhere Gewinnmarge:
    Keine Abgabe von Honoraren an einen Verlag.
  • Schnelligkeit:
    Das Buch kann innerhalb weniger Wochen veröffentlicht werden.
  • Flexibilität:
    Änderungen sind jederzeit möglich, z. B. Cover-Anpassungen oder Inhaltsüberarbeitungen.
  • Qualitätsmanagement:
    Lektorat, Korrektorat und Cover-Gestaltung müssen selbst finanziert werden.
  • Marketing und Vertrieb:
    Autoren müssen sich aktiv um Sichtbarkeit kümmern.
  • Reichweite:
    Ohne Verlag ist es schwerer, in stationären Buchhandlungen gelistet zu werden.

Abstufungen

Trotz der wachsenden Bedeutung des Self-Publishing behalten Verlage eine zentrale Rolle im Buchmarkt. Sie setzen Trends, prägen Bestsellerlisten und besitzen enge Verbindungen zum stationären Handel sowie zur Presse. Self-Publisher haben oft Schwierigkeiten, diese Netzwerke zu durchdringen, weshalb viele erfolgreiche Indie-Autoren dennoch langfristig mit Verlagen zusammenarbeiten oder Hybridautoren werden – also sowohl über Verlage als auch im Selbstverlag publizieren.
Näheres zum Self-publishing

Fazit

Die Entscheidung zwischen Verlag und Self-Publishing hängt von individuellen Präferenzen ab. Wer Wert auf professionelle Unterstützung, Reichweite und weniger Eigenaufwand legt, ist bei einem Verlag gut aufgehoben. Wer hingegen kreative Kontrolle bevorzugt und bereit ist, Zeit und Geld in Marketing sowie Qualitätsmanagement zu investieren, kann mit Self-Publishing erfolgreich sein. Beide Wege haben ihre Berechtigung und bieten verschiedene Chancen für Autoren.